Der "Klosterchor" aus Bangkok.
Wie schon erwähnt, behandele ich hier meine Zeit als Sänger im Chor der evangelischen deutschsprachigen Gemeinde in Bangkok, die von November 1989 bis August 1990 dauerte. Bei einem Konzert im Goethe-Institut in Bangkok sprach ich eine Vertreterin des Chores an, um mich nach den Probenzeiten zu erkundigen. Das Ergebnis war, dass ich bereits am folgenden Wochenende mit zur Chorfreizeit nach Cha Am fuhr. Allerdings war es erforderlich, dass ich dazu meinen Dienst tauschen musste. Doch alle Beteiligten waren mir wohl gesonnen und so konnte das Unternehmen "Klosterchor" für mich beginnen.

Um über diesen Chor etwas mehr zu erfahren, kann man hier die Abschrift des Artikel für den Bericht über die Ev. Gemeinde deutscher Sprache in Bangkok anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums lesen. In den Gemeindebriefen waren regelmäßige Ankündigungen und Berichte über den Chor zu lesen. Wer hierüber mehr erfahren möchte, kann dies unter "Gemeindebriefe" tun.

Dieser Text gibt eigentlich genau das wieder, was in diesem Chor vor sich ging. Jeder war willkommen, ob alt oder jung, ob Musikkenntnisse oder nicht, ob Laie oder Profi. Hier fühlte ich mich von Beginn an wohl und wurde auch sofort in die Gemeinschaft des Chores aufgenommen. 

Die Chorfreizeit in Cha Am 1989 war die Vorbereitung für den Auftritt in den weihnachtlichen Gottesdiensten, wo der Chor u.a. im musikalischen Gottesdienst zur Christnacht eine tragende Rolle übernommen hatte. Hier durfte ich mal wieder einen Solopart übernehmen. Ich sang mit Orgel- und Chorbegleitung das "Transeamus usque Bethlehem" von Josef Schnabel in der Bearbeitung von Jos. Gruber. Für mich war dieser Gottesdienst ein herausragendes musikalisches Erlebnis.

Wie aus den Gemeindebriefen zu lesen ist, hatten wir eine Vielzahl von Auftritten und Konzerte. So denke ich immer noch an einen Besuch im Gefängnis von Lard Yao zurück, wo wir mit einem philippinischen Chor zusammen trafen und gemeinsam den Gefangenen, unter denen es auch Deutsche gab, mit weihnachtlichen Liedern die Zeit etwas verschönten. Die Eindrücke dort werde ich nicht vergessen.

Nach meiner dienstlichen Zeit in Bangkok verlor ich für wenige Jahre den Kontakt. Doch nachdem der sogenannte "Exilklosterchor" gegründet war und man sich seit 1991 regelmäßig an einem Wochenende im Jahr im hessischen Niedenstein traf, war ich wieder dabei. Nahtlos schien die Integration bei allen zu funktionieren. Man freute sich, wieder zusammen zu sein und sich dem Liedgut des "Roten Buches" widmen zu können. Seit dem Jahre 2005 treffen wir uns nun im Diakonie Schwesterheim in Herrenberg, in der Nähe von Stuttgart. Der Klosterchor in Bangkok besteht weiter, jedoch in anderer Zusammensetzung und unter einer anderen Leitung.

Das "Rote Buch" war unser Chorbuch. Es war zunächst eine lose, in einem Ringordner gehaltene Sammlung von Notenblättern, die sich immer weiter ergänzte. 1989 stellten Elke Zöllner, ein damaliges Mitglied des Chores, und die Leiterin des Chores Gesine Ruppert-Mann, dieses Sammelwerk neu zusammen. Als sogenannte 3. Auflage ging dieses Buch in die Chronik des Chores ein. 1997 gab es dann eine mit einem Anhang versehene 4. Auflage, die wiederum von Gesine Ruppert-Mann, diesmal in Zusammenarbeit mit Marion Schubach und Werner Rehkopf entstanden ist.

Durch dieses Exemplar bin ich erstmals mit dem Ausdruck eines Notenbildes konfrontiert worden, das mit dem PC erstellt worden ist. Da die Blätter mit den Noten im Laufe der Zeit nicht gerade besser wurden und ich manchmal nicht mehr erkennen konnte, ob es sich um eine punktierte Note oder um einen Fliegenschiss handelte, begann ich darüber nachzudenken, dieses "Rote Buch" virtuell am PC zu erstellen und auf CD zu brennen. Begonnen habe ich mit der Umsetzung dieses Gedankens im Jahre 1999. Das fertige Produkt konnte ich dann bei einem Treffen in Niedenstein im Jahre 2002 vorstellen.

Dazwischen lag eine Zeit mit sehr viel Arbeit. Grundlage dieser Arbeit war das Programm "Capella" von WHC", dass mir meine Frau zum Geburtstag schenkte. Von Beginn an war ich begeistert von diesem Programm, bei dem man die Noteneingabe per Keyboard, Maus oder Instrument vornehmen kann. Man konnte damit fast wie bei einem Textprogramm arbeiten. Da man mit diesem Programm auch Stimmauszüge aus ganzen Partituren herstellen konnte, war es aus meiner Sicht geradezu ideal, für unseren Chor, damit die Lieder neu zu schreiben und im Format Capella, Word und HTML ein virtuelles Buch zu erstellen. Word deshalb, damit jeder, der diese CD zu Hause hat, sich sein eigenes "Rotes Buch" ausdrucken und später binden lassen kann. Da sich eine Demoversion von "Capella" auf der CD befindet, kann jeder Besitzer der CD sich auch das gesamte Liedgut oder nur seine Stimme eines Liedes anhören, nachdem er das Programm installiert hat. Damit der Betrachter dieser Seite sich ein Bild von diesem Notenbuch machen kann, kann er über diesen Link zu dem Notenbuch gelangen.

Inzwischen wird diese CD jedes Jahr erweitert, da ja in jedem Jahr beim Treffen einiges an neuen Stücken dazu kommt. Seit 2004 habe ich auf dieser CD auch ein Verzeichnis "Chorchronik" eingerichtet und mit Bildern unterlegt, wo natürlich jeder nachschlagen kann. Es war viel Arbeit, doch sie hat noch mehr Spaß gemacht. Inzwischen hat jeder im Chor eine solche CD und ein neues "Rotes Buch", worin die Noten nun so dargestellt sind, dass man sie auch wieder lesen kann.

Klosterchor Bangkok heute

Das "Rote Buch"

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