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Fahrer bei der CDU
Irgendwann, wenn ich mich recht erinnere war es im Jahre 1980, wurde ich Mitglied in der CDU (Christlich Demokratische Union). Dies führte dazu, dass ich, bedingt durch die Nähe zu Bonn, im Jahre 1982 Kontakt zur Bundesgeschäftsstelle der CDU bekam. Da ich damals immer wieder auf der Suche nach einem Nebenjob war, fragte ich auch dort mal an. So ergab es sich, dass ich auf Kollegen vom Bundesgrenzschutz traf, die dort in Ihrer Freizeit als Fahrer eingesetzt waren. Nach einigen Gesprächen mit der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit war mein Name registriert und ich konnte loslegen.

Mein Glück war, dass der Wahlkampf für die Bundestagswahl 1983 vor der Türe stand und zu diesem Zweck immer wieder Leute gebraucht wurden, die bei Wahlkampfveranstaltungen eingesetzt werden sollten oder mit einem Fahrzeug Material zu transportieren hatten. Wir Kollegen vom Bundesgrenzschutz waren berufsbedingt dafür vorgesehen, den einen oder anderen Politiker zu Wahlveranstaltungen zu fahren. Zunächst beschränkte sich mein Tun auf Kurierfahrten zu Landesgeschäftsstellen und Einsätzen bei Großveranstaltungen aus Anlass dieser Bundestagswahl. Höhepunkt war mich jedoch der Einsatz am Wahlabend in unmittelbarer Nähe von Dr. Helmut Kohl, der als Sieger aus dieser Wahl hervorging und der neue Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden sollte.

Besonderes Glück hatte ich, als ich auf dem evangelischen Kirchentag 1983 in Hannover eingesetzt wurde. Redner dort war u.a. Dr. Helmut Kohl, der mit einem Privatjet in Hannover Langenhagen auf dem Flugplatz landen und mit einem Wagen zum Kirchentag gebracht werden sollte. Der persönliche Fahrer fiel an diesem Tage aus und so wurde kurzer Hand ich zum Ersatzfahrer bestimmt. Sicher kann sich jeder vorstellen, wie nervös und aufgeregt ich in diesem Moment war. Mehrmaliges abfahren der Strecke, Verbindungsaufnahme mit der örtlichen Polizei, die uns begleiten sollte und die Frage nach meinem Outfit quälten mich. Letztendlich fuhr ich auf dem Rollfeld vor, Dr. Helmut Kohl und sein persönlicher Referent stiegen ein und ich brachte beide im Geleit der Polizei sicher zum Kirchentag. Es sollten danach noch mehrere solcher Fahrten mit Dr. Helmut Kohl geben.

Das Bild zeigt den Wahlsieger und mich in der Ausgabe "Die Welt". In unmittelbarer Nähe des zukünftigen Bundeskanzlers in "Das Parlament", 33. Jahrgang, Nr. 10 vom 12.03.1983.
Die nächste größere Aufgabe erwartete mich im Europawahlkampf 1984. Hier fuhr ich die verschiedensten Politiker der CDU zu den einzelnen Wahlkampfveranstaltungen. Interessant daran war vor allen Dingen, die Politiker aus nächster Nähe kennen zu lernen. Wenn man mit diesen Menschen plötzlich in einem Auto dicht bei einander sitzt, kommt man sich zwangsläufig etwas näher. Man redet miteinander. Man führt small talk. Aber man lernt auch diese Menschen plötzlich von einer ganz anderen Seite kennen. Die persönliche Seite nämlich wurde mir dadurch offenkundig. Sonst sieht man den Politiker im Fernsehen beim Interview oder bei politischen Veranstaltungen. Jetzt plötzlich fährt man zusammen mit ihm in einem Wagen. So quasi von Angesicht zu Angesicht.

Da fuhr ich zum Beispiel den damaligen Generalsekretär der CDU Heiner Geißler von Munster in der Lüneburger Heide, wo er an einer Wahlveranstaltung teilgenommen hatte, nach Hamburg. Ich kannte mich in Hamburg überhaupt nicht aus. Also fragte ich seine persönliche Referentin, ob sie den Weg wüsste, was sie jedoch verneinte. Doch sagte sie mir, fragen sie doch einfach den "Chef". Mir war nicht wohl dabei, war es doch meine Aufgabe, sich vorher schlau zu machen. Doch was sollte ich machen. Ich nahm allen Mut zusammen und fragte den "Chef". Er meinte zwar, dass er den Weg auch nicht kenne, doch solle ich ihm mal den Stadtplan geben. Gemeinsam würden wir es schon schaffen. Wir schafften es. Mit dem Stadtplan in seiner Hand und meine Hände am Lenkrad.

Eine andere Aufgabe war u.a. die, dass ich speziell in den Abendstunden zu einer Druckerei fahren musste, um dort den Druck der Zeitung zu überwachen, die aus Anlass der Wahl herausgegeben wurde. Dazu fuhr man in den späten Nachmittagsstunden zu einem Studio, die den Fotosatz erstellt hatten. Holte ihn ab und brachte ihn zur Druckerei. So war ich einmal für diesen Auftrag unterwegs von Düsseldorf nach Mayen in der Eifel. Es war ein scheußliches Winterwetter und obwohl es nur eine kurze Strecke war, bin ich doch Stunden unterwegs gewesen. Immer wieder telefonisch in Kontakt mit der Bundesgeschäftsstelle der CDU, wo ja alle Fäden zusammenliefen. In der Druckerei übergab man dann den Fotosatz und überwachte den Druck, um Manipulationen auszuschließen.

Eine solche Überwachung fand auch mal in Saarbrücken statt. Es war meine erste und ich nahm den Job sehr ernst. Zunächst holte ich den besagten Fotosatz ab. Mit einem Kollegen fuhr ich dann nach Düsseldorf, von wo aus ich mit einem Flieger nach Saarbrücken flog. Es war Winter und wir hatten dichtes Schneetreiben. Der Flieger stand am Boden und konnte wegen des Wetters nicht starten. Nun gab es ja einen vorgefertigten Zeitplan, den man einhalten musste. Denn die Zeitung sollte ja am Morgen in der Frühe von den einzelnen Landesverbänden der CDU abgeholt werden. Nun kann sich der geneigte Leser sicher gut vorstellen, was in einem vorging. Der Flieger wollte und wollte nicht starten. Telefonieren mit der Bundesgeschäftsstelle der CDU. Erwägen, ob eine Fahrt mit dem Auto Sinn macht. Verworfen, da das Wetter einfach nicht mitspielte. Start der Maschine dann mit 2 Stunden Verspätung. In Saarbrücken dann mit dem Taxi in die Druckerei. Den Fotosatz übergeben und erst mal durchschnaufen. Mit etwa einer Stunde Verspätung wurde dann die Zeitung am nächsten Morgen ausgeliefert. Ich fuhr mit der Bahn zurück und konnte mich etwas erholen.

Diesen Job bei der CDU machte ich bis 1987. In dieser Zeit lernte ich, dass der Umgang mit hochgestellten Persönlichkeiten meistens auch nicht anders ist als der, den man mit einem sogenannten normalen Menschen hat. Jedenfalls hatte ich so persönlichen Kontakt mit einer ganzen Anzahl von Politikern, die andere nur aus der Presse, Funk oder vom Fernsehen her kennen. Nur einige seien hier erwähnt. Es waren dies unter anderem: